Das SELFPASS Projekt

Projektbeschreibung

Die Kosten für Depressionen werden in der Bundesrepublik Deutschland auf bis zu 22 Mrd. € pro Jahr geschätzt. Insgesamt liegt das Risiko bei 16-20% im Laufe des Lebens an einer Depression (alle Formen) zu erkranken (Lebenszeitprävalenz) und bei derzeit etwa 4 Millionen Patienten, die aktuell an Depressionen erkrankt sind (Punktprävalenz). Zugleich wird die Versorgung bei psychischen Erkrankungen vor allem durch fehlende Behandlungsressourcen erschwert.

Mit SELFPASS wird eine therapeutische Softwarelösung für Patienten mit Depressionen geschaffen, die ein Selbstmanagement, unabhängig von medizinisch-fachlichem Support, unterstützt. Durch die digitale Selbsteinschätzung zur Schwere der seelischen Belastung ermöglicht die intelligente Software nicht nur eine Quantifizierung und Protokollierung der Symptomatik, sondern bietet auch praktische Schritte für ein Selbstmanagement an. Dazu werden neben der Selbsteinschätzung auch somatisch-objektivierbare Daten wie Biosignale (z.B. durch Wearables) und standortabhängige Umweltinformationen (Pollen-, Wetterinfo) erfasst.

Die SELFPASS Therapieplattform wird als selbstlernendes System konzipiert, welches dem teilnehmenden Patienten personalisiert und verlaufsadaptiert Therapieeinheiten und Unterstützung zukommen lässt. So werden nicht nur Self-Assessment- und Self-Monitoring-Daten der Teilnehmer mit Umweltdaten zusammengeführt, sondern auch weitere Analysen und Feedbacks, wie z.B. lokalisationsbasierte Risikoeinschätzungen durchgeführt. Die Patienten können damit weitergehende Unterstützungen, z.B. in Form von individuellen Risikoprognosen und Warnungen erhalten. Die Software wird auf Basis der Kombination von Algorithmen zur Selbsteinschätzung, der Auswertung von Biosignaldaten des Patienten und standortabhängigen Umweltinformationen eine für den Patienten individualisierte und situationsabhängige Therapie zur Verfügung stellen.